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Wilder Löwe, ruhiger Löwe, trauriger Löwe

Jede neue Stunde ist ein Erleben miteinander, ein Entdecken und Erforschen. Die zweite Klasse ist oft laut und unruhig, an anderen Tagen ist sie wieder konzentriert und sitz beobachtend da. Wir machen keinen Unterricht, in dem jeder und jede nur still dasitzen und zuhören muss, bei manchen Dingen erfordert es dann aber doch ein bisschen Ruhe, so das gesprochen und zugehört werden kann.

Es geht so langsam dem Ende des Projektes zu und es wird bald eine Ausstellung geben. Das wissen die Kinder auch und sie freuen sich und doch, wir wollten noch einmal mit ihnen darüber sprechen und mit ihnen gemeinsam schauen, wie dieser besondere Tag gestaltet werden kann. In der Gruppe der zweiten Klasse war dies heute (dieses heute fand vor ein paar wenigen Tagen statt) eher etwas schwierig. Es war, als wäre eine kleine Horde junger Löwen ausgebrochen, den Klassenraum zu erobern. Die Klasse, aufgeweckter und fröhlicher Natur, birgt so manch unruhigen, kommunikationsfreudigen und überschwänglichen Charakter in sich. Als wir uns zusammen setzten und gemeinsam auf das vor uns liegende blicken wollten, brach der kleine Löwe, der in jedem von uns steckt und einfach nur spielen möchte, durch. Es wurde gerannt, gesungen, gesprungen und gelacht, an Ruhe und Konzentration war nicht zu denken. Ein angefangenes Sinnesspiel musste abgebrochen werden, weil die kleinen Löwekinder zu unbändig und unkonzentriert die Worte über die Lippen hinaus brüllten.

Sihle
 

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Dimakatso

Dimakatso, ein aufgewecktes junges Mädchen aus der dritten Klasse, von Zeit zu Zeit etwas frech, ein breites Lächeln und ein einnehmendes Wesen. Nach außen hin präsentiert sie sich vorlaut, stark und selbstbewusst. Ihr Lachen ist mit keinem anderen zu verwechseln. In der Gruppe aber hat sie es manchmal schwer, da sie die Jüngste ist und sich nicht behaupten kann. Hier zeigt sich ein sehr verletzliches Wesen. Das Selbstbewusstsein, Unsinn zu bauen, schwand mit der Zeit und das Bedürfnis nach Anerkennung, Integration und Dasein wuchs immer mehr.

Dimakatso
 

Als wir zum Thema Formen und Formenzeichnen kamen, legte sie wild drauf los und zeichnete unkonzentriert, aber voller Tatendrang. Dabei ging es ihr mehr um den schnellen Strich und weniger um die gerade Ausführung dessen. Bei gemeinsamer Betrachtung fiel uns auf, dass ihr Strich mitunter sehr schräg und wackelig war. So kam es zu der Übung eine Seite vertikale und eine weitere Seite horizontale Linien zu wiederholen. Anfangs noch sehr unsicher, entwickelte Dimakatso bei beiden Übungen mit der Zeit einen immer sichereren und gradlinigeren Strich. Als ich sie darauf hinwies, breitete sich ein Strahlen auf ihrem Gesicht aus, welches nicht nur den grinsenden Mund einnahm, sondern von der Haarspitze, über ihre leuchtenden Augen sich bis zu einem selbstbewusst hervorstreckenden Kinn ausbreitete. Sie war stolz auf sich und begeistert, nicht nur über das Lob, sondern auch darüber, selbst sehen zu können, dass sie sich verbessert hatte.

Mosaik

Was ist ein Mosaik? Das Wort schien immer so eindeutig und klar zu sein. Bis wir in die Zenzeleni Schule kamen. Als wir die Kinder fragten, ob sie den wissen, was das sein könnte, da wusste es niemand. Da fiel uns auf, dass es uns so geläufig war, dass es nicht so einfach schien es wahrheitsgetreu zu erklären. Aber warum stellt man sich diese Frage eigentlich?

Ukubona legt den Fokus der Arbeit auf Recycle-  und Naturmaterialien. Ein Kreislauf der Dinge kann verstärkt sichtbar werden durch eine Wiederverwertung der Materialien. Da gibt es zu Beispiel den Karton. Umzugskarton, Lagerkarton oder für ähnliches zu gebrauchen. Er wird befüllt, irgendwo hin transportiert, entleert und oft einfach wieder weggeschmissen. Schade eigentlich, dachten wir. In Supermärkten war man nur allzu gern bereit uns die alten, gebrauchten Kartons zu überlassen. Mit einem beladenen Auto machten wir uns auf in die Schule. Hier wurden dann bald Türme gebaut, in dem die unterschiedlichsten Größen und Teile der Kartons übereinander gestapelt und zusammen gefügt/-klebt wurden. Es war spannend zu beobachten, wie verschieden doch die Gruppen waren. Die einen wollten immer höher, während es für die anderen von unglaublicher Wichtigkeit war, den Turm gerade und schön zu bauen. Es entstanden ganz unterschiedliche Dynamiken in den Gruppen, was sehr bezeichnend für die einzelnen Kinder war. So entstanden in der einen Gruppe ein kleines Haus, sowie ein Turm, der nur langsam größer werden wollte und in der anderen Gruppe ging es soweit, dass zwei hohe, schräge Türme entstanden, die zu einem Tor verbunden wurden, unter welchem man, etwa gebückt, hindurchgehen konnte. Es ist für die Kinder nicht immer so einfach aufeinander einzugehen und jeden in einem guten Maße mit einzubeziehen in die Gruppe. Das liegt verstärkt sicherlich auch an den Altersunterschieden der Kinder, aber auch an den so verschiedenen Charakteren. Und doch, wenn man sie darauf aufmerksam macht und mit ihnen spricht, dann bemühen sie sich darum. Es ist ein spannendes Spiel zwischen Individualität und Gruppenzusammenhalt. Vor allem ist es aber wichtig, die Kinder das selbst erfahren zu lassen.

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